par Fairtrade Lëtzebuerg

30 Jahre. The Future is fair.

Anlässlich der Pressekonferenz zum 30-jährigen Bestehen von Fairtrade Lëtzebuerg wurde am Dienstag in Differdingen ein großes Wandgemälde enthüllt, welches einen Kaffeebauern darstellt. Das Bild, das an der Nummer 88 der Avenue Charlotte bewundert werden kann, ist Teil der Fairtrade-Wall-Aktion, die sich über das gesamte Jahr erstrecken wird. „Es ist kein Zufall, dass die Wahl auf den Ort Differdingen gefallen ist, denn sie war die erste Gemeinde des Landes, die im Jahr 2011 als Fairtrade Gemeng zertifiziert wurde. Hier beginnt die Fairtrade-Wall-Serie. In den kommenden Monaten werden weitere Gemeinden dem fairen Handel ein Denkmal setzen, indem sie solche Wandmalereien entwerfen und präsentieren“, erklärte Geneviève Krol, Direktorin der NGO in Luxemburg. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde außerdem die „Fairtrade-Flamme“ angezündet, die auf einer eigens für diesen Jahrestag entworfenen Skulptur aus Holz installiert wurde. In den kommenden Monaten wird die symbolische Fackel durch das ganze Land ziehen. „Verschiedene Unternehmen, Gemeinden, Schulen, Vereine und Handelspartner werden sie entgegennehmen und anlässlich ihres Aufenthalts Sensibilisierungsaktionen rund um Fairtrade-Produkte und den fairen Handel organisieren“, fuhr die Direktorin fort. Die Fairtrade-Partner, die sich unter anderem aus Luxemburger Handwerkern zusammensetzen, haben außerdem geplant, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums spezielle Verpackungen mit dem Fairtrade-Siegel für ihre Produkte zu entwerfen. Daneben sind noch weitere Projekte in Vorbereitung, wie z. B. die Veröffentlichung eines Kindermärchens, thematische Ausstellungen sowie die diesjährigen Fairtrade-Wochen, die vom 1. bis zum 15. Mai stattfinden werden.

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Ein Kampf, der trotz des steigenden öffentlichen Bewusstseins nach wie vor ein Thema ist.

Seit ihrer Gründung durch Jean-Louis Zeien im Jahr 1992 sensibilisiert die luxemburgische NGO die breite Öffentlichkeit anhand verschiedener Kommunikationsmaßnahmen und Veranstaltungen, die das ganze Jahr über organisiert werden, für den fairen Handel. „Als wir vor dreißig Jahren mit der Arbeit begannen, reagierten die Leute zunächst mit Skepsis. Einige waren nicht bereit, höhere Preise zu bezahlen, während andere sogar rassistische Kommentare über die Produzenten aus den südlichen Ländern machten... Es war keine einfache Situation. Aber im Laufe der Zeit und in Zusammenarbeit mit unseren Partnern haben die Fairtrade-Produkte, die ursprünglich in den Weltläden erhältlich waren, nach und nach die Regale der Lebensmittelgeschäfte erobert - vom kleinen Lebensmittelladen bis hin zu den großen Luxemburger Supermärkten. Diese Offenheit des traditionellen Handels für einen faireren Handel hat den Produzenten und Arbeitern in mehr als 72 afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen und karibischen Ländern immense Vorteile eingebracht“.

Dies ist ein großer Erfolg für Fairtrade Lëtzebuerg, denn mittlerweile werden auf dem Luxemburger Markt 2950 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel angeboten. „Ich bin überzeugt, dass jeder in Luxemburg schon einmal von Fairtrade gehört hat. 94% der Einwohner haben das Fairtrade-Siegel schon einmal gesehen. Mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch pro Kopf von 40 € ist Luxemburg sogar mittlerweile eines der Länder, die weltweit am meisten Fairtrade-Produkte konsumieren“, fuhr Direktorin Geneviève Krol fort.

Trotzdem ist der Kampf noch längst nicht gewonnen. Obwohl die Arbeit der NGO Früchte trägt, gibt es immer noch traurige Realitäten. „In diesem Jahr hat die Kinderarbeit in den Lieferketten aufgrund von COVID-19 zum ersten Mal wieder zugenommen. Dasselbe gilt für Menschen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen leben müssen. Diese Tatsachen sollten uns nun wachrütteln! Ich finde es empörend, dass Wirtschaftsakteure auch heute noch die Augen vor dem verschließen, was in ihren eigenen Lieferketten passiert, anstatt zu reagieren. Jeder muss im Rahmen seiner wirtschaftlichen Macht verantwortlich handeln“, warnte Jean-Louis Zeien.

Der Mensch im Mittelpunkt der Fairtrade-Bewegung

Die internationale Fairtrade-Bewegung wird zu gleichen Teilen von 28 nationalen Organisationen in den jeweiligen Verbraucherländern und 3 Produzentennetzwerken verwaltet, die zusammen mehr als 1822 Organisationen repräsentieren. Dies entspricht mehr als 1,8 Millionen Produzenten und Arbeitern in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik.

Das Fairtrade-Siegel ist für Verbraucher in 145 Ländern auf der ganzen Welt zugänglich und hat es unglaublich vielen Produzenten und Arbeitern ermöglicht, würdevoll von ihrer Arbeit leben zu können. „In der Zeit des Kolonialismus mussten wir einen lebenslangen Arbeitsvertrag unterschreiben, wie Gefangene“, sagt Albert Ngaboyeka Kayani. Heute ist er Mitglied einer Fairtrade-Kaffeegenossenschaft in der Demokratischen Republik Kongo und blickt „zuversichtlich in die Zukunft. Denn als Mitglied der Genossenschaft können wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen“. Dank Fairtrade, der demokratischen Interessenvertretung, der faireren Handelsbedingungen, der finanziellen Unterstützung, des besseren Marktzugangs und der Ausbildungsangebote haben sich die Umstände grundlegend verändert. So entstanden Genossenschaften wie die von Joachim Munganga, die 2003 im Kongo gegründet wurde: „Unsere Kaffeegenossenschaft vereint über 5600 Bauern unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Kivu. Gemeinsam wollten wir die Situation verändern. Wir investierten in die Sanierung von Ackerland sowie eine Infrastruktur, die die Kaffeeproduktion unserer Mitglieder professionalisieren und die Situation der Frauen stark verbessern würde“. Die Frauen, die lange Zeit in den Hintergrund gedrängt wurden, werden nun dank Fairtrade immer mehr ins Geschäft eingebunden. Die 29-jährige Aminata ist Kakaoproduzentin an der Elfenbeinküste und stellt ihr landwirtschaftliches Wissen in den Dienst ihrer Genossenschaft sowie der benachbarten Erzeugergemeinschaften. „Für mich war Fairtrade ein wahrer Segen und ein Sprungbrett für mein ganzes Leben. Die Organisation hat die unglaublich wichtige Rolle der Jugend in der ländlichen, gemeinschaftlichen sowie nachhaltigen Entwicklung auf jeden Fall erkannt.“ Dies sind drei Beispiele für die nachhaltigen Ergebnisse, die Fairtrade vor Ort in den Gemeinschaften erzielt hat. Die NGO fördert universelle Werte wie Respekt, Gleichheit und Gerechtigkeit für alle Akteure in der Lieferkette und ruft einfach jeden dazu auf, seinen gesunden Menschenverstand im Alltag unter Beweis zu stellen, um die Gesellschaft zu verändern und eine faire Zukunft für alle zu gewährleisten.

 

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Fotos von der Pressekonferenz

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